Kanarische Inseln: Warum gehören die Kanaren zu Spanien?
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Kanarische Inseln: Warum gehören die Kanaren zu Spanien?

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum die Kanarischen Inseln zu Spanien gehören? Die Kanaren liegen im Atlantischen Ozean, knapp 150 Kilometer vom marokkanischen Festland entfernt. Rund zwei Millionen Einwohner hat die Inselgruppe, die zur Region Makaronesien gehört. Die größeren der Kanarischen Inseln sind Fuerteventura, Teneriffa, Lanzarote, Gran Canaria, La Palma, La Gomera und El Hierro. Allein auf Gran Canaria machen jedes Jahr knapp drei Millionen Menschen Urlaub. Doch warum gehören die Kanaren zu Spanien?

Warum gehören die Kanaren zu Spanien?

Vom Breitengrad her befinden sich die Kanaren auf einer Höhe mit Ägypten, Nepal und Florida. Wer von Mitteleuropa aus dorthin reist, muss die Uhr um eine Stunde zurück stellen. Urlauber schätzen vor allem das angenehme Klima: Auf den Kanaren sind die Winter sehr mild. Im Sommer ist es meist nicht zu heiß. Und im Oktober sind die Temperaturen oft höher als im Juni. So fragen sich viele Touristen, warum diese Inselgruppe eigentlich zu Spanien gehört und nicht zu Afrika.

Trotz der Nähe zum afrikanischen Kontinent gehörten die Kanarischen Inseln politisch immer zu Spanien. Vermutet wird, dass die Kanaren bereits in der Zeit der ägyptischen Hochkultur besiedelt wurden. Über die Ureinwohner, die Guanchen, ist wenig bekannt. Sprachliche und kulturelle Merkmale deuten darauf hin, dass diese aus Nordwestafrika gekommen waren.

Die Kanaren wurden bereits rund 500 Jahre vor Christus von den Römern und den Phöniziern besucht. Als „Inseln der Glückseligen“ bezeichneten die Römer diesen Ort, der nie zum Festland gehört hatte. Wahrscheinlich hat die Inselgruppe auch ihren offiziellen Namen den Römern zu verdanken, brachten doch die römischen Offiziere von dort große Hunde (lateinisch: canis) mit.

Die Spanier eroberten die Kanarischen Inseln

Während des gesamten 15. Jahrhunderts eroberte Spanien die Kanaren. Die Guanchen – Jäger, Sammler und Viehzüchter – hatten keine Chance, ihre Inseln gegen die Besatzer zu verteidigen. So bestand die Bevölkerung aus immer mehr spanischen Siedlern und immer weniger afrikanischen Ureinwohnern.

Kolumbus besuchte La Gomera, bevor er sich auf den Weg nach Indien machte, um dabei Amerika zu entdecken. Da der neue Kontinent zahllose europäische Siedler anzog, blieb der Zuwachs der Bevölkerung auf den Kanaren zunächst gering. Doch in Folge des bald einsetzenden wirtschaftlichen Erfolgs, vor allem aufgrund des Zuckerrohranbaus, wanderten immer mehr Spanier vom Festland auf die Inseln vor der Westküste Afrikas ein. Im Laufe des 18. Jahrhunderts hat sich die Einwohnerzahl auf den Kanaren fast verdoppelt.

An die Guanchen erinnern heute Namen von Ortschaften, Personen und Sportarten. Das Wappen der Kanarischen Inseln zeigt ein blaues Schild mit sieben weißen Dreiecken. Symbolisiert werden damit das Meer und die sieben großen Inseln. Eingerahmt wird das Schild von den mutmaßlichen Namensgebern der Kanaren: zwei großen Hunden.

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